Ausgangslage nüchtern erfassen
Sobald ein grobes Zielbild existiert, richte ich den Blick auf die
Ausgangslage. In vielen Unternehmen haben sich im Laufe der Zeit Tabellen,
Berichte und Planungsroutinen entwickelt, die zwar funktionieren, deren
Logik aber nur wenigen Personen vollständig bekannt ist. Ich beginne deshalb
mit einer Bestandsaufnahme: Welche Modelle werden tatsächlich genutzt,
welche Forecasts erstellt, welche Szenarien gelegentlich diskutiert, ohne
formell verankert zu sein. In dieser Phase geht es mir nicht darum,
Schwächen zu bewerten, sondern Strukturen sichtbar zu machen. Ich
dokumentiere, welche Treiber in den bestehenden Modellen bereits implizit
vorkommen, etwa Absatzmengen, Preise, Auslastungen oder variable
Kostenanteile. Gleichzeitig notiere ich, in welchen Runden Zahlen regelmäßig
hinterfragt oder überschrieben werden. Daraus entsteht ein Bild der heutigen
Praxis, das oft überraschend klar zeigt, wo sich Rolling Forecasts anbinden
und wo Szenario-Modellierung andocken könnte. Der Schritt zur digitalen
Finanzplanung wird so weniger zu einem Bruch, sondern zu einer bewussten
Weiterentwicklung vorhandener Muster.